Lernen von den Gewindeexperten: Wie fertigt man Gewinde wirtschaftlich?



28. April 2015 | NEWS - Anwenderworkshop im Schulungszentrum GLW in Velbert
Die Firmen GLW und EMUGE-FRANKEN vermittelten in einem Anwenderworkshop, wie man
Gewinde effizient und prozesssicher mit speziellen Werkzeugen und den leistungsfähigen
Funktionen der TNC-Steuerungen fertigt. Der Zuspruch war enorm und die 25 Teilnehmerplätze
schnell ausgebucht.

Es gibt viele Wege, um ein Gewinde in der geforderten Qualität zu fertigen. Die Diskussion der Vor- und
Nachteile verschiedener Verfahren sollte zu neuen Erkenntnissen für die Praxis führen. Herr
Meier und Herr Schmidt von EMUGE-FRANKEN beleuchteten diesen Aspekt zunächst theoretisch,
indem sie aus anwendungstechnischer Sicht die grundlegenden Verfahren zur Gewindefertigung
vorstellten. Neben dem bekannten Gewindeschneiden, Gewindefräsen und Bohrgewindefräsen
diskutierten sie auch speziellen Verfahren wie Hartgewinden und Gewindeformen und auch das neue
Verfahren Punch Tap. Gerade in der Serienfertigung bringt das spanlose Verfahren Gewindeformen
Kostenvorteile durch die geringere Bearbeitungszeit und die entfallende Entsorgung der Späne.
Bei dem weniger bekannten Hartgewinden wird die Gewindekontur ausschließlich durch
Gewindefräsen und Zirkularbohrgewindefräsen erzeugt. Das funktioniert selbst bei gehärtetem Stahl,
wie später im Praxisteil gezeigt wurde.
Ebenso wurde mit großer Erwartung das neue Fertigungsverfahren Punch Tap in der Theorie erklärt
und dann auch in der Praxis an der Maschine vorgestellt. Audi und Emuge-Franken haben mit dem
gemeinsam entwickelten Fertigungsverfahren ›Helikal-Gewindeformen‹ nicht nur einen neuen
Werkzeugtyp, sondern eine komplett neue Technologie für die Gewindebearbeitung geschaffen. Mit
dem auch Punch Tap genannten Verfahren werden Innengewinde bei stark reduziertem
Energieverbrauch rund drei Viertel schneller als mit konventioneller Technologie hergestellt.
Die TNC bietet für die unterschiedlichen Verfahren spezielle Zyklen und Funktionen, die Herr
Knipping von GLW gemeinsam mit Herrn Schmidt vorstellte. Hintergrund: Die ersten
Bohrgewindezyklen für die TNC wurden gemeinsam mit EMUGE-FRANKEN entwickelt. Dem
Anwender stehen dadurch besonders praxisorientierte Funktionen zur Verfügung.
Für den Praxisteil ging es dann in die Maschinenhalle. An der Hermle C32 U mit TNC 640 wurden die
Gewindetechnologien umgesetzt. Damit die Teilnehmer die Arbeitsweise von Zyklen und
Werkzeugen besonders eindrucksstark nachvollziehen konnten, wurden die Gewinde beim Bauteil 1
unter anderem an der Werkstückkante erzeugt. Dazu wurden drei Bauteile aus unterschiedlichen
Materialien mit den jeweils optimalen Fertigungsverfahren bearbeitet.

Material Gewindetechnologie
Bauteil 1
Grauguss (GG25)
Gewindefräsen / Bohrgewindefräsen

Bauteil 2 unlegierter Einsatzstahl (C15k).
Bohrgewindefräsen / Gewindefräsen mit und ohne Verzahnungsglocke

Bauteil 3 hochlegierter Werkzeugstahl (1.2343 mit 55HRC)
Hartgewinden

Bauteil 4 Aluminium
Punch Tap

Intensive Gespräche mit den Profis machen Anwenderworkshops so wertvoll. Deswegen wurde für
die Lösung konkreter Problemstellungen und Fragen der Teilnehmer auch ausreichend Zeit
eingeräumt.

Positive ResonanzPositive Resonanz
GLW und Heidenhain planen weitere Workshops mit evtl. einem neuen Thema
+ Neue Termine finden Sie unter: www.heidenhain.de

EMUGE-Franken ist ein Unternehmensverbund mit ca. 1600 Mitarbeitern, der seit über 90 Jahren zu
den weltweit führenden Herstellern von Produkten der Gewindeschneid-, Prüf-, Spann- und
Frästechnik zählt.
+ Weitere Informationen: www.emuge-franken.de






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